Das Hauptziel des Projektes ist, die Erweiterung der Forschungsmöglichkeiten der Identität der Einwohner und der Familiengeschichtsforschung, sowie die Gewährleistung qualitativer Erhaltung der Originaldokumente.
Im Rahmen dieses Projektes wird ein virtualer Lesesaal errichtet. Es wird die Möglichkeit geben, sich mit der Ahnen- und Familienforschung überall, wo nur Internet zugänglich ist, zu beschäftigen.
2010 sind Kirchenbücher der evangelisch-lutherischen, Römisch-katholischen, orthodoxen, baptisten, reformierten, unierten und altgläubigen Gemeinden, sowie Metriken der Rabinate bis 1905, Materialien der 1. Allrussischen Volkszählung 1897 in den Gouvernements Kurland, Witebsk und Livland in Raduraksti zugänglich.
Es ist begonnen, die Materialien der Seelenrevisionen in Raduraksti einzustellen.
Es besteht auch die Möglichkeit, andere Dokumente in Raduraksti einzustellen.
Chronologische Register der Getrauten
(nur für die evangelish-lutherischen Gemeinden) – da sind nur die Vornamen und Namen der Getrauten, manchmal auch ihr Wohnort angegeben
Register der Gestorbenen
da sind der Vorname und der Name des Verstorbenen, sein Geburtsort, Alter, Familienstand, Todestag und Todesort, Todesursache, Begrabungstag (manchmal auch Ort) angegeben
Die Todesregister der katholischen Gemeinden enthalten manchmal auch Angaben über die hinterlassenen Familienmitglieder (Witwe und Kinder).
Konfirmandenregister
(nur für die evangelish-lutherischen Gemeinden). Da sind die Vornamen und Namen der konfirmierten Personen, ihr Geburtsort und Geburtsdaten, der Tag der Konfirmierung, Vornamen und Namen der Eltern, ihre soziale Stellung und Beschäftigung, sowie Anmerkungen über die Religionskentnisse des Konfirmanden.
Im Archiv werden die Register der Geborenen und Getauften, der Getrauten und der Gestorbenen nur für die Zeitperiode bis 1909 aufbewahrt. Die Register für die Zeitperiode 1910–1921 werden im Archiv des Standesamtes beim Justizamt Riga, A. Čaka Straße 38a, Riga LV-1011, Tel.: 67830682 , 67830684, fax 67830673, e-mail: dzimts.dep@tm.gov.lv sowie in den Archiven der Standesämter nach dem Registrationsort der Geburt, der Trauung oder des Todesfalles. Die Register für die Zeitperiode nach 1921 werden in den Archiven der Standesämter der Stadt Riga und des entsprechenden Rayons aufbewahrt.
Seelenrevisionen des 18.–19. Jh.
Zum ersten Mal wurde die Seelenrevision im Gouvernement Livland 1782 durchgeführt (in den Gouvernements Russlands war das schon die 4. Revision). Die 5. Revision fand 1795, die 6. – 1811, die 7. – 1816, die 8. – 1834, die 9 – 1850., die letzte, die 10. – 1858 statt.
Im Gouvernement Kurland wurde die Seelenrevision zum ersten Mal 1797 durchgeführt (5. Revision). Da die Revision nicht genügend qualitativ durchgeführt war, wurde sie in Kurland noch 1798 und 1803 wiederholt. Die 6. Revision fand 1811, die 7. – 1815/1816, die 8. – 1834/1835, die 9. – 1850, die letzte, die 10. – 1857/1858 statt.
In der Zeit zwischen den Revisionen wurden Umschreibungslisten geführt, wo alle hinzugekommenen und alle abgegangenen Personen registriert wurden. Dabei wurde angezeigt, woher sie gekommen oder wohin sie übersiedelt waren. Während der 4. und der 5. Revisionen wurden auch adlige Personen, Magistratsmitglieder und Mitglieder der Städteverwaltungen, Lehrer und Kirchendiener, sowie Künstler und Handwerker registriert. Die Umschreibungslisten in Livland wurden bis 1917, in Kurland aber, bis 1912 geführt.
Während der Revisionen wurden Personen in Privat- und Kronsgütern, sowie dazu gehörigen wirtschaftlichen Strukturen (Beihöfen, Bauerngesinden, Krügen, Mühlen u.a.), sowohl in den Pastoraten aufgezählt. In der Revision von 1811 wurden nur männliche Personen aufgezählt. Die Revision von 1816 wurde aber 1826 wiederholt, und die Bauern Livlands wurden dann zum ersten Mal mit Familiennamen registriert. In Kurland wurden die Bauern aber erst in der Revision von 1834, in einigen Gütern sogar 1850, zum ersten Mal mit ihren Familiennamen registriert. Bis dann wurde eine jede Bauernfamilie nur mit ihrer Nummer registriert. Die Nummern wurden auch in den späteren Revisionen gebraucht. Die Einwohner wurden in zwei Gruppen aufgezählt – Steuer- und Rekrutenpflichtige und nur Steuerpflichtige. Die Revisionslisten enthalten auch Angaben über das Alter der Personen im Moment der Revision und während der vorigen Revision. Es gibt auch Hinweise auf die Verwandschaftsstufe der einzelnen Familienmitglieder, ihren Stand (Wirte, Knechte, Förster u.ä.), ob die Person in der Zeit zwischen den Revisionen gestorben, geboren, übergesetzt oder übersiedelt war. Manchmal gibt es Hinweise auf physische Defekte.
Es sind auch Revisions- und Umschreibungslisten der Liv- und Kurländischen Städte: Riga, Schlock, Walk, Wenden (Cēsis), Wolmar (Valmiera), Lemsal (Limbaži), Bausk, Grobin, Friedrichstadt (Jaunjelgava), Mitau (Jelgava), Jakobstadt (Jēkabpils), Goldingen (Kuldīga), Libau (Liepāja), Pilten, Tuckum und Windau (Ventspils) zugänglich.
In den Städten Livlands wurden die Einwohner sowohl nach dem Wohnort als auch nach Zugehörigkeit zu einer bestimmten Steuerklasse (Arbeiter, Bürger, Handwerker, Kaufleute, Lotsen, Steuerleute, Hausdiener, Juden, Soldatenkinder u.a.) aufgezählt.
In den Städten Kurlands wurden die Einwohner meistens nach ihrem Glaubensbekenntnis (Kristen und Juden) aufgezählt. Innerhalb dieser Gruppen wurden sie nach Steuerklassen eingeteilt.
Es sind nur einzige Archivsachen aus den Materialien der Seelenrevisionen in Latgale (Gouvernement Witebsk) erhalten: Revisionslisten des Rositenschen (Rēzeknes) Kreises aus dem Jahr 1772 – 1 Archivsache, Revisionslisten des Dorfes Osupino Lutzenschen (Ludzas) Kreises aus den Jahren 1816 und 1834 – 1 Archivsache, und Revisionslisten des Privatgutes Osupino aus den Jahren 1850 und 1858 – 1 Archivsache, sowie Revisionslisten Lutzenschen (Ludzas) und Dünaburgschen (Daugavpils) Kreises aus dem Jahr 1858 – 6 Archivsachen.
Dokumente der 1. Allrussischen Volkszählung
Die 1. Allrussische Volkszählung wurde in zwei Etappen durchgeführt: während der Ersten (Dezember 1896 – Januar 1897) besuchten die Zähler Häuser und erfüllten Formulare, Während der zweiten Etappe (im Januar 1897) haben die Zähler alle Häuser nochmals besucht und die nötigen Berichtigungen gemacht. In den Städten und auf dem Lande (in den Gütern und Grundbesitzungen) haben die Besitzer oder Arrendatoren, in anderen Besitzlichkeiten auf dem Lande aber, die Zähler die Formulare ausgefüllt.
Als einzelne Registrierungseinheit galt das Gesinde auf dem Lande und die Wohnung in der Stadt. Für eine jede diese Einheit wurde einzelnes Formularblatt mit Angabe der Familiennamen, Namen, Vatersnamen, Geschlecht, Verwandschaftsstufe in Beziehung zum Familienhaupt, Alter, Familienstand, Stand, Religion, Geburtsort, Wohnort, Muttersprache, Bildung (Lesefertigkeiten), Beschäftigung, Militärpflichtigkeit, physicher Defekte und Standort im Zählungsmoment ausgefüllt.
Für die meistenteils von lettischer Bevölkerung besiedelten Gebiete des Livländischen und des Kurländischen Governements wurden die Texte der Formulare in russicher Sprache mit Übersetzung in die lettische und deutsche Sprache, für die meistenteils von estnischer Bevölkerung besiedelten Gebiete des Livländischen Governements wurden die Texte der Formulare in russicher Sprache mit Übersetzung in die estnische und deutsche Sprache gedruckt. Die gedruckten Texte der Formulare für die Gouvernements Witebsk und Pleskau waren nur in russischer Sprache. Dementsprechend sind die Formulare in russischer, deutscher, lettischer oder estnischer Sprache ausgefüllt.
Jede Archivsache ist als einzelnes File digitalisiert, und auf der Titelseite sind die Benennung und die Nummer des Archivbestandes, die Nummer des Sachregisters, die Nummer der Archivsache, die Daten der Dokumente und Blätterzahl angegeben.
Das virtuale Archiv bilden digitalisierte Dokumente aus den Archivbeständen. Information über den Bestand und Inhalt der Archivbestände kann man aus der Datenbasis Das Zentralregister des Nationalen Archivbestandes http://www.arhivi.gov.lv